Woher kommt die Internetzensur?

Wenn man sowas auf offener Straße behauptet ist man ja bisher immer gleich als paranoider Spinner oder wahlweise als Kinderficker abgestempelt worden, jetzt schauen wir doch mal an der Quelle wo die Nummer mit Internetsperren wegen Kinderpornografie herkommt:

”Child pornography is great,” the speaker at the podium declared enthusiastically. ”It is great because politicians understand child pornography. By playing that card, we can get them to act, and start blocking sites. And once they have done that, we can get them to start blocking file sharing sites”.

Das Statement kommt von einem Vertreter der Contentmafia, erfreulich offenherzig kundgetan in Stockholm im Jahr 2007 im Rahmen einer illustren Lobby-Veranstaltung.

Mein Liebling ist ja das hier:

”One day we will have a giant filter that we develop in close cooperation with IFPI and MPA. We continuously monitor the child porn on the net, to show the politicians that filtering works. Child porn is an issue they understand,”

Noch Fragen?

Innenminister bleibt bei Stoppschildern

Ich war bei den von Herrn de Maiziere angeleierten Treffen mit Experten (u.a. Fefe, Markus Beckedahl), dem sog. “Dialog mit der Netzgemeinde” von vorneherein skeptisch was da rauskommen soll. Die CDU ist ja nicht unbedingt für ihre große Einsicht und Vernunft bekannt.

Folgerichtig posaunt Thomas de Maiziere, ich denke ich nenne ihn ab sofort de Zainziere, in der taz heraus dass es ohne Netzsperren gar nicht gehen kanm und dass man die aktuell auch nur wegen der Koalitionsvereinbarung nicht anwendet (da war die FDP ausnahmsweise mal zu was zu gebrauchen):

Alternative zwischen Löschen und Sperren von kinderpornografischen Seiten gibt es im Grunde gar nicht. Beides muss möglich sein. Beides wirkt nicht absolut. Insofern wollen und müssen wir noch nachbessern.

Aber Sie können doch ein Verfahren nicht schon deshalb ablehnen, weil es möglicherweise missbraucht werden kann.

Ganz besonders freue ich mich ja auf die von ihm angekündigten Nettigkeiten:

Ein Fehler war, dass wir bisher nur Einzeldebatten geführt haben – über Kinderpornografie, Onlinedurchsuchung, Vorratsdatenspeicherung. Das hat dazu geführt, dass das Verhältnis zwischen Staat und Netzgemeinde gestört ist. Ich arbeite hier an einem neuen Vertrauen. Noch in diesem Jahr werde ich ein paar grundlegende Vorschläge machen, welche Rolle der Staat im Netz spielen soll.

Ich denke zu diesen tollen “Dialogen” braucht von uns keiner mehr hinzugehen, unsere Experten haben besseres zu tun als sich mit Ansage verarschen zu lassen. Jörg Tauss (Pirat und CCC-Mitglied) hat sich dazu auch geäußert.